Liebe Kulturakteur*innen,

große Sorgen bereitet uns die Situation freiberuflicher Künstlerinnen und Künstler und anderer Selbständiger aus dem Kultur- und Medienbereich. Für viele von Ihnen ist die aktuelle Situation existenzbedrohend. Folgend informieren wir über aktuelle Entwicklungen zum Thema.

Aufgrund der Corona-Pandemie bleibt das Kulturamt bis auf Weiteres geschlossen. Selbstverständlich können Sie uns aber weiterhin telefonisch und per E-Mail erreichen.

 

+++Wichtig+++

Dokumentieren Sie Ihre Ausfälle! Verträge, vereinbarte Honorare, Grund für den Ausfall, Absagen, was wurde an Arbeit und finanziellen Mittel bereits investiert, etc. Möglicherweise sind für künftige Hilfsangebote diese Nachweise erforderlich.

 

Finanzielle Hilfen: Land NRW und Verwaltung  

 

  • Soforthilfe NRW: Das Land NRW bietet freischaffenden Künstler*innen eine einmalige Soforthilfe von bis zu 2.000 € an. Die Soforthilfe kann mittels eines einfachen Formulars bei der zuständigen Bezirksregierung beantragt werden und muss nicht zurückgezahlt werden. Antragsfrist ist der 31. Mai 2020. Nähere Informationen finden Sie hier.
  • Fördermittel des Landes werden nicht zurückgefordert: Bereits bewilligte bzw. derzeit noch in Prüfung befindlichen Förderungen (Stichtag: 15. März 2020) werden ausgezahlt – auch wenn die Veranstaltungen und Projekte aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt oder verschoben werden müssen. Zusätzliche Ausnahmeregelungen sollen Veranstalter und Einrichtungen entlasten: Ausfallkosten, die durch Absagen entstehen, können als zuwendungsfähige Ausgaben anerkannt und die üblicherweise geltenden zwei-Monats-Fristen gelockert werden. Hier finden Sie weitere Informationen.
  • Bundes- und Länderförderer starten Hilfsprogramm für die Film- und Medienbranche: Die Filmförderungsanstalt hat zusammen mit den Landesförderungen und dem BKM ein Maßnahmenpaket mit einem Gesamtvolumen von 15 Mio. € gestartet. Nähere Infos und die einzelnen Maßnahmen des Hilfsprogramms finden Sie hier.

 

Finanzielle Hilfen vom Bund

 

  • Direktzuschüsse der Bundesregierung für Kleinbetriebe, Freiberufler*innen sowie Solo-Selbstständige und Gründer*innen: Mit einem Soforthilfe-Programm unterstützen Bund und Land in der Corona-Krise gewerbliche und gemeinnützige Unternehmen, Solo-Selbstständige und Angehörige der Freien Berufe, einschließlich Künstler*innen, mit bis zu 50 Beschäftigten (umgerechnet auf Vollzeitkräfte). Das Programmvolumen umfasst bis zu 50 Milliarden €. Im Einzelnen ist vorgesehen:

    • 9.000 € für antragsberechtigte Solo-Selbstständige und Antragsberechtigte mit bis zu 5 Beschäftigten
    • 15.000 € für Antragsberechtigte mit bis zu 10 Beschäftigten
    • 25.000 € für Antragsberechtigte mit bis zu 50 Beschäftigten

    Wichtiger Hinweis: Bitte senden Sie Ihren Antrag nicht postalisch oder per Mail. Auch Ausgedruckte Anträge können nicht verarbeitet werden. Anträge können nur online über ein elektronisches Antragsformular eingereicht werden. Das Formular wird über die Landesregierung hier bereitgestellt.

  • Steu­er­li­che Hilfs­maß­nah­men vom Bundesfinanzministerium: Das Bundesfinanzministerium bietet von der Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen und Akteuren unkomplizierte und kurzfristig erhältliche steuerliche Hilfen an. Das Programm betrifft die Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie die Umsatzsteuer und besteht aus drei Maßnahmen

    • Stundung von Steuerzahlungen
    • Anpassung von Vorauszahlungen
    • Aussetzen von Vollstreckungsmaßnahmen

    Ausführliche Informationen zu dem Programm finden Sie unter folgendem Link.

  • Bundesagentur für Arbeit: Kurzarbeitergeld für Kulturunternehmen. Auch Kulturunternehmen können Kurzarbeitergeld beantragen. Beim Kurzarbeitergeld übernimmt die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns, wenn ein Unternehmen ihre Beschäftigten in Kurzarbeit schickt. Voraussetzungen: Unternehmen müssen mindestens eine/en Beschäftigte/n Mitarbeiter*in haben und es müssen mindestens 10 Prozent der Belegschaft von einem erheblichen Arbeitsausfall betroffen sein. Alle Informationen zum Kurzarbeitergeld erhalten Sie hier.
  • NEU: Beratungsleistungen: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert befristet bis Ende 2020 Beratungen für Corona-betroffene Freiberufler sowie kleine und mittlere Unternehmen bis zu einem Beratungswert von 4.000 Euro ohne Eigenanteil. Mit externer professioneller Hilfe sollen Unternehmen spezifisches Know-how aufbauen und Maßnahmen entwickeln, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise besser bewältigen zu können. Nähere Informationen finden Sie hier.


Weitere Hilfsangebote

 

  • GEMA stellt bis zu 40 Mio. € starkes Nothilfe-Programm für Mitglieder*innen bereit. Das Programm besteht aus zwei Säulen: Der Schutzschirm LIVE und der Corona-Hilfsfonds. Anträge können ab sofort gestellt werden. Detaillierte Informationen zum Nothilfe-Programm (Berechtigte, Antragstellung, Auszahlung, etc.) und das Antragsformular finden Sie hier.
  • GEMA-Vergütungen entfallen bis auf Weiteres. Die GEMA hat angekündigt, dass alle Monats-, Quartals- und Jahresverträge für Lizenznehmer, die ihren Betrieb aufgrund behördlicher Anordnungen zur Eindämmung des Coronavirus schließen müssen bzw. mussten, rückwirkend zum 16. März 2020 ruhen. Näheres hier.
  • Deutsche Orchestervereinigung: 150.000 € Notfall-Soforthilfe für freischaffende DOV-Mitglieder*innen. Die DOV hat für alle freischaffenden DOV-Mitglieder*innen ein Soforthilfe-Programm gestartet und ruft ihre Mitglieder*innen in finanziell abgesicherten Verhältnissen zu weiteren Spenden auf. Informationen unter folgendem Link.
  • Unterstützung für GLV- Berechtigte: Bei der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten können GVL-Berechtigte, die ausschließlich freiberuflich arbeiten und sich wegen Corona mit Honorarausfällen konfrontiert sehen, 250 € Unterstützung beantragen. Weitere Hilfen der GVL sind in Planung. Wichtige Informationen und das Antragsformular finden Sie hier.
  • Hilfetopf für freie Mitarbeiter*innen deutscher Bühnen: Insgesamt 50.000 € hat die Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger in einem Hilfetopf für alle freien Mitarbeiter*innen an deutschen Bühnen bereitgestellt. Dadurch kann eine 500 € Sofort-Ausfall-Ausgleichszahlung pro Person gewährleistet werden. Alle Informatioen finden Sie unter dem folgenden Link.
  • Die Sozialfonds der VG WORT GmbH gewährt Beihilfen für in Not geratene Wortautor*innen, Verleger*innen oder ihre Hinterbliebenen. Alle Informationen dazu finden Sie unter folgendem Link.
  • Die GLS-Bank unterstützt die elinor#kunstnothilfe. Unter dem Motto #StayHomeStandUp wurde ein Spendenkonto eingerichtet. Von den eingegangenen Spenden können Künstlerinnen und Künstler bis zu 1.000 Euro unterstützt werden. Über die Vergabe entscheidet ein Beirat. Nähere Infos finden Sie hier.
  • #takecare: Fonds Darstellende Künste bietet Sonderförderung
    Um bundesweit eine schnelle Förderung für die freischaffenden Darstellenden Künste zu ermöglichen, schreibt der Fonds ein #takecare-Initialprogramm als Anpassung der bestehenden Initialförderung aus. Bis zum 5. April 2020 können freie Künstler*innen beim Fonds Darstellende Künste einen vereinfachten Antrag auf #takecare-Vorhaben stellen. Die Vorraussetzungen und das Antragsformular finden Sie hier.
  • „Inter-Aktion“ Ad-hoc-Förderprogramm für Einrichtungen der Soziokultur und Kulturarbeit. Der Fonds Soziokultur legt mit "Inter-Aktion" aufgrund der Corona-Krise ein Sonderförderprogramm mt einem Gesamtvolumen in Höhe von 250.000 Euro auf. "Inter-Aktion" zielt auf die Förderung von gemeinnützigen Einrichtungen in freier Trägerschaft, die besondere Formate in "kontaktfreien" Zeiten entwickeln möchten. Alle Infos dazu unter diesem Link.

 

 Sonstiges

 

  • Beantragung von KfW-Krediten. Über die Hausbanken können KfW-Kredite beantragt werden, allerdings nimmt dies wohl etwas Zeit in Anspruch. Tipps für das Gespräch mit der Hausbank finden Sie hier.

  • NEU: Entschädigung bei Verdienstausfällen

    • im Quarantänefall: Wer aufgrund des Coronavirus offiziell unter Quarantäne gestellt wird, einem Tätigkeitsverbot unterliegt und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, kann nach § 56 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) eine Entschädigung erhalten. Das trifft auch auf Selbstständige und Freiberufler zu. Alle wichtigen Informationen finden Sie hier.
    • wegen Kinderbetreuung: Mittlerweile ist gesetzlich geregelt, dass auch für Verdienstausfälle, die durch die Betreuung von Kindern entstanden sind, entschädigt wird. Hier erhalten Sie Informationen.


  • Verlängerte Antragsfrist "Kultur und Schule". Die Antragsfrist für „Kultur und Schule“ 2020/2021 wurde im Rahmen einer Ausnahmeregelung verlängert auf den 24.04.2020. Nach einer Mitteilung des MKW NRW können für alle bewilligten Projekte im Förderprogramm Kultur und Schule 2019/20 die Zahlungen weiterlaufen und der Zuwendungszweck wird als erfüllt angesehen. Die Honorare für die Künstler und Künstlerinnen können somit ausgezahlt werden.
  • Webseite mit speziellen Informationen für privatwirtschaftliche Musikschulen
    Der Bundesverband der Freien Musikschulen hat eine Webseite mit speziellen Informationen für privatwirtschaftliche Musikschulen erstellt. Für Mitglieder*innen werden kostenfreie Webinare und einmal wöchentlich eine Online-Fragestunde angeboten. Nähere Informationen finden Sie hier.
  • Hotline für NRW-Künstler*innen. Das Landesbüro für Bildende Kunst (LaB K) hat eine Hotline für NRW-Künstler*innen eingerichtet, die im Zuge der Covid 19-Krise Fragen zu ihrer arbeitsrechtlichen Situation haben. Weitere Informationen erhalten Sie hier.
  • NEU: Digitale Kulturangebote auf www.bielefeld.jetzt präsentieren. Neue Plattform „Gemeinsam schaffen wir’s“ für die Zeit der Corona-Krise eingerichtet.
    Unter dem Motto „Gemeinsam schaffen wir's‘" können sich Bielefelder Initiativen auf der Plattform der Bielefeld Marketing GmbH online präsentieren. Melden Sie hier Ihre digitalen Kulturangebote und bringen Sie Kultur so in die Wohnzimmer der Bielefelder*innen. Die Aktion wird u.a. über die Bielefeld Marketing GmbH und das Kulturamt beworben, ausgewählte Kulturangebote werden auch auf der Kulturamts-Webseite ausgespielt. Es wird auch auf die regionale Plattform"FROM OWL WITH LOVE", aufmerksam gemacht. Dort können Gutscheine für das Lieblingsrestaurant oder die Lieblingsbar hochgeladen und erworben werden. Hier können Sie Ihre Projekte einstellen.
  • Aufruf des Deutschen Bühnenvereins. Der Deutsche Bühnenverein ruft dazu auf, in der coronabedingten Bühnenpause Anträge für das Programm "Zur Bühne" mit digitalen Projekten zu stellen. Das Programm ist Teil der Bundesförderung "Kultur macht stark" und ermöglicht Theater-, Tanz- und Musikprojekte für Kinder und Jugendliche, die durchs Bildungsraster fallen. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

 

Leitfäden und Handlungsempfehlungen für Kulturschaffende 

 

  • Reduzierung von Ausgaben. Tipps zum Thema:

    • Wer bei der Künstlersozialkasse (KSK) gemeldet ist, kann dort die Verringerung des Einkommens melden. Die Beiträge werden entsprechend angepasst. Hier gehts zum Vordruck.
    • Bei den zuständigen Finanzämtern können außerdem Vorauszahlungen zur Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer herabgesetzt oder ausgesetzt werden.

  • Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen hält Informationen und Ansprechpartner*innen zu folgenden Themen beret:

    • Liquiditätssicherung
    • Kurzarbeitergeld
    • Unterstützung für von Quarantäne betroffene Betriebe sowie
    • Finanzierung von Investitionen und Innovationen bereitstellt.

  • Zur Website

  • Orchestervereinigung: Corona-Virus - Leitfaden für Freischaffende
  • Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller: Solidarität in Zeiten von COVID-19 - Handreichung für die Unterstützung selbständiger und freier Kulturschaffender
  • Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA): Informationen zum Coronavirus – Hinweise der GDBA
  • FREO e.V. zusammen mit Folkert Uhde und Christoph Drescher: Handlungsempfehlungen zum Schutz von freiberuflich arbeitenden Künstler*innen und Veranstalter*innen
  • Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer e. V.: Wissenswertes zur Covid-19-Pandemie
  • Die DOV gibt Hinweise und Empfehlungen für freischaffende Musiker*innen. Zum Leitfaden.
  • Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen hält Informationen und Ansprechpartner*innen zu folgenden Themen beret:

    • Liquiditätssicherung
    • Kurzarbeitergeld
    • Unterstützung für von Quarantäne betroffene Betriebe sowie
    • Finanzierung von Investitionen und Innovationen bereitstellt.

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