Kultur im Gespräch
Der Bielefelder Kulturfrühling und die Bielefelder Kulturgespräche
Der »bielefelder kulturfrühling« steht als Auftakt
im Jahr für eine Folge weiterer kulturpolitischer Podien, die
unter der Bezeichnung »bielefelder kulturgespräche« fortgesetzt
werden. Es ist eine durch »kulturextra« ermöglichte
Veranstaltungsreihe. Der Zeitpunkt Frühling steht symbolisch
für Aufbruch, Innovation, Kreativität und Lebendigkeit
im kulturellen Leben Bielefelds und Ostwestfalen-Lippes. Die »bielefelder
kulturgespräche« sind mit Fachleuten besetzte Podien,
die die Aspekte des durch den »bielefelder kulturfrühling« angestoßenen
Projekte aufgreifen und in einer Diskussion vertiefen.
Das »bielefelder kulturgespräch« und der »bielefelder
kulturfrühling« stehen für den öffentlichen
Diskurs zu Themen der Kultur und Wirtschaft. Zukünftig werden
die vom Kulturamt Bielefeld entwickelten Foren in Kooperation mit
dem Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI (Berlin) und dem
NRW Kultursekretariat (Wuppertal) präsentiert. Diese neue Verbindung
integriert Themen der Wirtschaft im Kontext zu Kunst und Kultur sowie
die Themenfelder im Rahmen des vom Kultursekretariat initiierten,
landesweit angelegten Prozesses »Diskurs Kunst«. Die
Bielefelder Foren entwickeln sich mit der neuen Partnerschaft zu
einer landesweiten Plattform für den Austausch sowie den Dialog
zwischen Kultur und Wirtschaft und präsentieren beispielhaft
neue Wege und Lösungen für die Kulturarbeit in den Städten.
Kulturpartner der Foren ist der WDR.
Die neue Reihe startete mit der Auftaktveranstaltung
am 30. April 2002 zum »1.
bielefelder kulturfrühling« mit dem ehemaligen Kulturstaatsminister
Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin. Kompetente Persönlichkeiten des öffentlichen
Lebens referierten in diesem hochkarätigen Forum über aktuelle
kulturpolitische Themen und boten damit Impulse für einen nachhaltigen
Gedankenaustausch im Kulturleben der Stadt und der Region. Im Mittelpunkt
der Beiträge stand das Thema »Staatliche Kulturförderung
und privates Sponsoring«.
Beim »1. bielefelder kulturgespräch« am 21. November 2002
ging es in den Räumlichkeiten des »kulturextra«-Partners
Mercedes-Benz um die Kulturförderung durch Unternehmen. Die Veranstaltung
wurde gemeinsam vom Arbeitskreis Kultursponsoring, einer Initiative des Kulturkreises
der deutschen Wirtschaft im BDI e.V. und dem Kulturamt Bielefeld durchgeführt
- eine Kooperation, die sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen
wird.
Der »2. bielefelder kulturfrühling« fand am 15. April 2003
im Kleinen Saal der Rudolf-Oetker-Halle statt. Im Mittelpunkt des Abends
stand das Thema »Macht und Ohnmacht der Medien - Der WDR und sein Kulturauftrag«.
In der anschließenden Gesprächsrunde hatten Intendant Fritz Pleitgen
und Minister Dr. Michael Vesper die Frage der Aufgabenverteilung in der Wahrnehmung
des Kulturauftrags erörtert. Die Moderation dieser Gesprächsrunde
hatte Helga Kirchner, Chefredakteurin im Hörfunk des WDR.
An diesem Abend startete offiziell die Kulturpartnerschaft zwischen
WDR 3 und dem Kulturamt Bielefeld für den »bielefelder kulturfrühling« und
die »bielefelder kultuurgespräche«.
Neue Wege kommunaler Kulturfinanzierung stellten Kulturverantwortliche am
27. November 2003 beim »2. bielefelder kulturgespräch« im
Kleinen Saal der Bielefelder Rudolf-Oetker-Halle vor. Eine Veranstaltung
zum gleichen Thema richtete der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im Bundesverband
der Deutschen Industrie e.V. am 11. November 2003 im Rahmen der »Dialoge
zwischen Kultur und Wirtschaft« in Berlin aus. Die gemeinschaftlich
vom Kulturamt Bielefeld und dem Kulturkreis der deutschen Wirtschaft durchgeführte
Gesprächsrunde bot ein Podium zur Vorstellung aktueller Modelle, Ansätze
und Wege der Kulturfinanzierung.
Im Rahmen des »3. bielefelder kulturfrühling« am 15. März
2004 gab der wohl bekannteste deutsche Konzertveranstalter Fritz Rau mit
seinem Vortrag „50 JAHRE BACKSTAGE - Mein Weg in die Kultur der musikalischen
Unterhaltung, seinen ganz persönlichen Einblick in diesen Bereich.
Für die musikalische Begleitung sorgte das Olaf Kübler
Quartett. Olaf Kübler gehört zu den bedeutensten Nachkriegsjazzern
in Deutschland und präsentierte Mainstream Jazz vom Feinsten:
Zwischen Bebop und Soul, Blues und Swing, mit viel Gefühl, lateinamerikanischem
Feel und hippen Grooves. Das wunderbar harmonierende Christoph Spendel
Trio lieferte ihm das musikalische Fundament für seine Improvisationen.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Andrea Benstein, Hörfunk-Leiterin
des WDR Studios Bielefeld.
Am 6. Dezember 2004 lud das Kulturamt gemeinsam
mit dem NRW KULTURsekretariat und dem Kulturkreis der deutschen Wirtschaft
im BDI Interessierte aus Wirtschaft und Kultur in den Ringlokschuppen
ein. Das »3. bielefelder kulturgespräch«
stand unter dem Motto » Kultur und Globalisierung - Chancen,
Risiken, Nebenwirkungen«, einem Thema aus der landesweiten Initiative
Diskurs Kunst.
Im Rahmen der Veranstaltung diskutierten hochkarätige Gäste
die Auswirkungen der Globalisierung auf das
gesellschaftliche Leben - mit Schwerpunkt auf den neuen Herausforderungen
für Kultur und Künste. Neben Prof. Dr. Norbert Walter, Chefvolkswirt
der Deutschen Bank, beteiligten sich an dem Gespräch Dr. Bernhard
Freiherr Loeffelholz von Colberg, Vorstandsmitglied des Kulturkreises
und Mitglied der Enquete-Kommission Kultur des Bundestages; Renate
Klett,
Theaterkritikerin und Gastprofessorin an der Universität Giessen;
Dr. Bernd Scherer, Abteilungsleiter »Künste« bei
der Zentrale des Goethe-Instituts in München, und Dr. Christian
Esch, Direktor des NRW KULTURsekretariats Wuppertal.
Die Diskussionsleitung übernahm der freie Autor und Moderator
Dr. David Eisermann, unter anderem bekannt aus der WDR-Sendung »Mosaik
- das Kulturmagazin«. Kabarettistisch begeleitet wurde der Abend
von Sinasi Dikmen aus Frankfurt.
Zum »4. bielefelder kulturfrühling«
luden das Kulturamt und das NRW Kultursekretariat am 11. April 2005
wieder in den Kleinen Saal der Rudolf-Oetker-Halle ein. Der Abend
widmete sich dem Thema „Die Kunst und das Alter“. Robert
Gernhardt präsentierte hierzu eine eigens für diese Lesung
zusammengestellte Auswahl aus seinem umfangreichen Werk. In dem anschließenden
Gespräch mit Ruthard Stäblein konnten die Anwesenden erleben,
wie Robert Gernhardt in seiner gewohnt ungewohnten Weise einzelne
Fragestellungen vertiefte.
Den passenden musikalischen Rahmen lieferten Anne Bärenz und
Frank Wolff an Flügel und Cello mit einem ebenfalls exklusiv
zusammengestellten Programm mit Songs und Texten von Tom Waits und
anderen.
Auch das »4.
bielefelder kulturgespräch« am 14.11.2005 unter
dem Thema „Freundeskreise der Kultur“ war wieder hochkarätig
besetzt: Neben dem Vorstandsvorsitzenden des Kulturkreises der deutschen
Wirtschaft, Dr. Jürgen Zech und dem Unternehmensberater und engagierten
Bielefelder Kulturförderer,Dr. Florian Böllhoff sowie dem
Vorstandsvorsitzenden des Freundeskreises der Schaubühne am Lehniner
Platz und Sprecher des Arbeitskreises »Freundeskreise der Kultur«
bei Forum Zukunft in Berlin, Stephan Balzer, stellte auch Rouven Schöll
als Projektmanager der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz
seine Sicht der Dinge dar. Moderiert wurde die Diskussion von Arnd
Richter, Redakteur beim WDR Köln. Musikalisch begleitet wurde
die Veranstaltung von Simone Seiler an der Harfe.